So

29

Nov

2015

Der Apple Pencil mit dem iPro als interaktives Whiteboard - alternative Stifte

Die Idee, ein iPad mit einem Stift und der entsprechenden Notizenapp als interktives Whiteboard zu verwenden, ist nicht neu. Wir haben schon häufiger darüber berichtet und geeignete Apps sowie Stifte für dieses Konzept vorgestellt.

Das neue iPad Pro und der dazu passende Apple Pencil perfektionieren nun das Konzept: Zum einen erleichtert alleine die Größe des iPad Pro enorm handschriftliches Arbeiten, da die Größe des Bildschirms fast einer A4 Seite entspricht und man um sauber zu schreiben nicht mehr in das Dokument hineinzoomen muss.

Der zweite große Vorteil ist der Handballenschutz, der im neuen iPad Pro fest integriert ist. Es ist nicht mehr erforderlich, innerhalb der Notizenapp eine Handballenablage zu aktivieren, das war ein abgedeckter Bereich, der keine Stifteingaben annimmt, um zu verhindern, dass man versehentlich mit dem Handballen Punkte oder Striche erzeugt.

 


Das neue iPad Pro nimmt keinerlei Befehle mehr des Handballens an, das ist übrigens unabhängig davon, ob man den Apple Pencil oder einen anderen Stift verwendet. Mit dem Handballen kann man keinerlei Eingaben mehr auf dem iPad Pro erzeugen. Das hat übrigens auch den Vorteil, dass man zukünftig wieder die Mehrfingergesten aktivieren kann und dem Kontrollzentrum den Zugriff von Apps aus erlauben kann. Bei den älteren iPads mussten diese Funktionen deaktiviert werden, sobald man handschriftlich auf dem iPad arbeiten wollte, weil auch hier der aufgelegte Handballen unerwünschte Aktionen auslösen konnte (versehentliches Wechseln zwischen Apps oder einblenden des Kontrollzentrums von unten). 

Die interessante Frage ist: Welchen Vorteil bringt nun noch der neue Apple Pencil und gibt es auch gute Alternativen? Unsere Tests haben hier Folgendes ergeben:

Der Apple Pencil ist der mit Abstand genaueste Stift für das iPad Pro. Die Schrift wird exakt dort platziert, wo sich die Spitze des Pencil auf dem Bildschirm befindet. Die dünne Spitze ermöglicht außerdem, dass man genau erkennen kann, wo man schreibt, was bei anderen Stiften mit dicker Gummispitze nicht der Fall ist. Wenn die Spitze des Pencil das Display berührt, dann werden auch die Eingaben mit der Fingerkuppe ignoriert, sofern die verwendete App den Pencil explizit in den Einstellungen unterstützt. Die von uns empfohlenen Apps "zoomnotes" und "goodnotes" haben diese Einstellungen. Je nach App lassen sich weitere Funktionen des Pencil 

nutzen, wie z.B. die Drucksensitivität, um die Strichstärke zu variieren. Aber auch in Zeichenapps und Notizenapps, die den Pencil nicht explizit unterstützen, kann man mit dem Pencil exakt schreiben. Nur könnte man mit diesen Apps theoretisch auch mit der Fingerkuppe malen. Der Handballenschutz ist, wie bereits gesagt, in allen Apps ohne besondere Einstellungen vorhanden, weil das iPad Pro dies im System integriert hat. 

Somit könnte man also auch für das Zeichnen und Schreiben auf dem iPad Pro andere kapazitive Stifte verwenden, unsere Tests haben hier Folgendes ergeben:

Herkömmliche Styli, die einfach nur mit einer großen Auflagefläche (meist einer speziellen Gummikappe) oder einer durchsichtigen Kunststoffscheibe (wie der Jot Pro oder der Jot Touch), funktionieren auch auf dem iPad Pro recht gut, mit den bekannten Nachteilen, die breitere Spitzen eben haben.

Was nicht wirklich funktioniert, sind sogenannte Finetip Stifte, also Stifte mit dünnen Spitzen, die mittels Elektronik die Fingerkuppe simulieren. Wir haben hier exemplarisch den "Adonit Jot Dash" und den "Wacom Bamboo Stylus Fineline" ausprobiert und festgestellt, dass damit flüssiges Schreiben nicht möglich ist. Der Bamboo schreibt praktisch überhaupt nicht mehr, der Jot Dash funktioniert nur mit ständigen Unterbrechungen der Schrift. Bei älteren iPads hatten diese Stifte zumindest einigermaßen funktioniert. Offensichtlich hat dies mit der neuen Displaytechnologie des iPad Pro zu tun.

 

Fazit: Die perfekte Lösung, um auf dem iPad Pro handschriftlich zu arbeiten, ist der Apple Pencil. Dieser funktioniert bekanntlich aber nur auf dem iPad Pro, nicht auf älteren iPads. Wer auf die dünne Spitze und die Sonderfunktionen des Apple Pencil verzichten kann, kann mit einem Jot Pro einiges an Geld sparen. Von elektronischen Stiften mit dünner Spitze anderer Hersteller raten wir ab, sie scheinen auf dem iPad Pro nicht mehr zu funktionieren.

Verbindet man das iPad mit einem Beamer oder Fernseher, entweder per Kabel oder via Airplay, dann hat man ein perfektes interaktives Whiteboard, das den klassischen Whiteboards sogar in einigen Bereichen überlegen ist: Man kann mit der Kamera direkt Fotos aus dem Unterrichtsgeschehen in das Tafelbild einfügen, die Tafelbilder exportieren und den Schülern so digital zugänglich machen und man arbeitet den Schülern zugewandt. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0